Rebschnitt

Vom by Felix Schropp

Nachdem alle Blätter abgefallen sind geht die Rebe nach der Lese in die Winterruhe über und speichert alle verbleibenden Nährstoffe (Säfte) im Stamm ab. Somit beginnt zum Teil vor dem neuen Jahr, aber spätestens ab Januar, der Rebschnitt für den Winzer.

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Dieser dient der Ertragsregulierung und ist die erste entscheidende Qualitätsmaßnahme, da so Einfluss auf die Traubenmenge und Qualität ausgeübt wird. Bei dem geläufigstem Erziehungssystem mit Pendel- oder Flachbogen in einer Drahtanlage besteht ein Rebstock aus dem Stamm, einer auf den unteren Drähten der Drahtanlage angebundenen Bogrebe und den daraus im letzten Jahr senkrecht nach oben gewachsenen Trieben.

Beim Rebschnitt werden die alten Bogreben nun entfernt und je nach angestrebtem Ertrag werden 1 oder 2 Triebe in Stammnähe stehen gelassen. An diesen Trieben sind die „Augen“ zu erkennen, aus denen im Mai neue Triebe sprießen werden. Sehr wichtig ist es vom Auge wegzuschneiden, um dieses vor Frost zu schützen. Um den Stamm auf einer gleichbleibenden Höhe, man spricht hier auch von der sogenannten Verjüngung, zu halten und sich gegen Hagel oder Frostschäden im weiteren Jahresverlauf abzusichern, werden auch je nach Rebsorte 1 bis 2 sogenannte Zapfen angeschnitten. Optimaler Weise werden hierfür die Triebe die auf und um dem Kopf des Stammes am tiefsten gewachsen sind auf 2 Augen heruntergeschnitten, aus denen weitere neue Triebe im Frühjahr hervorkommen.

In der Regel wird mit elektrischen oder pneumatischen Scheren vorgeschnitten. Hierbei wird von einer Fachkraft entschieden welche Triebe als kommende Bogrebe stehen bleiben oder durchgeschnitten werden.

IMG_00000201Durch Übung kann man dies in Sekunden entscheiden und so viel Vorarbeit für den nächsten Arbeitsschritt leisten:
Nach diesem Vorgang wird das durchgeschnittene Holz aus der Drahtanlage herausgezogen und auf den Boden gelegt. Im Frühjahr wird es dann mit eingehäkselt. Somit gelangen die alten Nährstoffe der Rebe, vor allem Stickstoff, wieder in den Boden. Die noch stehenden Triebe werden mit einer Handschere von kleinen Ästchen gesäubert und je nach Bedarf auf 8 bis 12 Augen gekürzt.

 

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Beim Rebschnitt ist Erfahrung nötig, da hier der Grundstein für die nächste Lese gelegt. Jede Rebsorte verhält sich hier etwas anders. Riesling lässt sich zum Beispiel einfach schneiden, Trollinger hingegen erfordert mehr Feingefühl bzw. lässt man dort mehr Holz stehen, da diese Rebsorte dazu neigt nicht immer an allen Trieben auszutreiben. Ein gutes Video über den Rebschnitt finden Sie auch hier.

 

 

In den darauffolgenden Wochen werden die übrig gelassenen Triebe dann an den Draht gebogen.

Lesen Sie das nächste Mal mehr darüber.